Fragen Aargauerzeitung

Die Aargauerzeitung stellte den drei Stadtammann-Kandidaten sechs Fragen. Lesen Sie hier meine Antworten:

Wo sehen Sie das grösste Entwicklungspotenzial für Brugg?

Örtlich gesehen bildet die Überbauung hinter der „Alten Post“ die Chance, das Stadtzentrum zu beleben, indem Raum für publikumsintensive Nutzungen (z.B. Stadtbibliothek) geschaffen wird. Daneben ist die Aufwertung des Gebiets Bahnhofplatz-Neumarkt wichtig. Längerfristig ist eine Teilüberbauung der Bahngeleise zu prüfen.
Brugg soll nicht Aarau oder Baden kopieren, sondern den „Innovations-Cluster“ mit FHNW, Hightech Zentrum Aargau, PSI etc. nutzen. Die Zukunft ist nur bedingt planbar, wichtiger ist die Bereitschaft, Chancen zu erkennen und zu packen.

Wie stehen Sie zu einer Fusion mit Schinznach-Bad?

Ich unterstütze den Zusammenschluss. Viele kennen Schinznach-Bad nur vom Durchfahren, doch die Gemeinde bietet weitaus mehr. Sie ist z.B. die einzige Gemeinde im Bezirk, die mehr Arbeitsplätze als Einwohner zählt. Kuranlagen und Golfplatz sind regionale Markenträger mit schweizweiter Ausstrahlung, was die Position der Stadt in den Rankings verbessert. Brugg würde durch eine Fusion in seiner Funktion als Regionalstadt gestärkt, was der ganzen Region hilft. Insgesamt profitieren Brugg und Schinznach-Bad von einer Fusion.

Die Organisation der Verwaltung ist immer wieder ein Thema in der Stadt: Wie könnte die Verwaltung optimiert werden?

Zentral ist, dass sich die Verwaltung als Dienstleister für die Bevölkerung versteht. Daneben bietet die geplante Zentralisierung der Verwaltung die Gelegenheit, das Organisations- und Führungsmodell der Stadt, aber auch die Tätigkeiten und Abläufe in der Verwaltung grundsätzlich hinsichtlich Effizienz und Notwendigkeit zu überprüfen. Dabei soll auch aufgezeigt werden, welche (spezialisierten) Dienstleistungen die Stadt für umliegende Gemeinden erbringen könnte.

Die Gestaltung des Bahnhof- und Neumarktplatzes ist ebenfalls seit Jahren ein Dauerbrenner: Welche Visionen haben Sie für den Bahnhof- und Neumarktplatz (samt Mausloch und Unterführung Süssbach)?

Eine gute Verbindung zwischen Neumarkt und Campus ist zentral. Diese muss aber nicht zwingend unterirdisch erfolgen, sondern könnte beispielsweise auch durch eine elegante Überführung gelöst werden. Wichtig ist die Klärung der Frage, was gehört langfristig in den Untergrund und was ans Tageslicht? Wie kann die Erschliessung des Parkhauses im Neumarkt verbessert werden? Der Neumarktplatz muss zum Verweilen einladen, wozu auch Strassencafés gehören.

Wie stehen Sie zum Grossprojekt Ostaargauer Strassenentwicklung (OASE)?

Das Projekt OASE ist sehr wichtig für die Region und umfasst verschiedene Massnahmen zur Entlastung der Stadt vom Durchgangsverkehr. Neben unbestrittenen Massnahmen ist auch der Bau einer Entlastungsstrasse von Lauffohr nach Hausen vorgesehen. Ohne diese Strasse wird es uns nicht gelingen, das Zentrum längerfristig vom Durchgangsverkehr zu befreien. Die Linienführung muss aber zur Schonung des Siedlungsraumes und des Naherholungsgebietes Geissenschachen weitgehend unterirdisch erfolgen.

Wie möchten Sie die Kommunikation zwischen Stadt sowie Bevölkerung, Gewerbe und Medien künftig gestalten?

Die Stadt soll regelmässig über anstehende Projekte und den Stand der Realisierung informieren. Der Stadtrat könnte ja nach jeder Sitzung über die wichtigsten Entscheide kurz berichten. Für grössere Projekte sollen die Anliegen und Bedürfnisse der Bevölkerung und des Gewerbes in einem frühen Stadium erfasst werden, damit sie in der weiteren Planung berücksichtigt werden können.

Lesen Sie den Beitrag in der Online-Ausgabe der Aargauerzeitung vom 31. August 2017

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Titus Meier

Titus Meier

Historiker und Lehrer, seit 2001 politisch aktiv in der FDP. Einwohnerrat der Stadt Brugg, Grossrat des Kantons Aargau.

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