| Sonntag, 20 Mai 2012 |
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AZ - Brugger Stimmen, 05. Januar 2002 Brugger Stimmen vom 5. Januar 2002Inzwischen gehört das ereignisreiche Jahr 2001 bereits der Vergangenheit an. Die zahlreich publizierten Jahresrückblicke sowie die letzten Festtage boten eine gute Gelegenheit Bilanz zu ziehen über Erreichtes und Nichterreichtes. Solche Reflexionen und kritische Betrachtungen bringen einen jedoch nur voran, wenn man auch gewillt ist, aus den Ergebnissen Schlüsse zu ziehen. Dazu werden Vorsätze gefasst, welche man sinnigerweise gute Vorsätze nennt – oder kämen Sie auf die Idee, sich etwas Schlechtes vorzunehmen? Falls man sich überhaupt dazu aufraffen kann, solche Vorsätze zu fassen, so ist man gut beraten, sich nicht Ziele zu stecken, deren Umsetzung an die Grenzen des Machbaren stossen. Warum sollten wir uns nicht auch einmal vornehmen, den Mitmenschen gegenüber ein wenig freundlicher und hilfsbereiter aufzutreten? Uns wieder vermehrt Zeit zu nehmen für Menschen, die uns etwas bedeuten? Bedauerlicherweise werden viele gute Vorsätze im Laufe des Jahres wieder fallen gelassen – um danach fürs nächste Jahr wieder gefasst zu werden. Doch zeigen sie eines ganz klar: man will etwas ändern, mitunter gar etwas Neues wagen. Verändern und Neues wagen ohne Altbewährtes über Bord zu werfen – dies wird wohl in Zukunft in unserem Bezirk je länger je häufiger zur Tagesordnung gehören. Investitionen sind im Hinblick auf die Entscheide unausweichlich, die im vergangenen Jahr zu Gunsten von Brugg und Windisch gefällt wurden, aber auch im Bewusstsein, dass bei zukünftigen Entscheidungen – beispielsweise bei der Konzentration der Grundbuchämter oder der Zivilstandsämter - das Blatt sich wieder kehren kann, wenn keine geeignete Infrastruktur vorhanden ist. Damit die Stadt Brugg ihre Zentrumsfunktion wahrnehmen kann, sollte es beispielsweise möglich sein, auch bei grösseren Anlässen einen freien Parkplatz zu finden. Sowohl der Fachhochschul- und Berufsschulentscheid als auch das Rekrutierungszentrum der Armee dürften mehr Leben in die Region und die Stadt Brugg bringen. Eine optimale Ausgangslage also, dass die in Zukunft neugestaltete Brugger Altstadt bevölkert wird. Mit der Ansiedlung der Fachhochschule Aargau in Brugg – Windisch werden junge Studierende in den Bezirk Brugg kommen, von denen ein Teil auch hier wohnen, essen und sich vergnügen will. Diese jungen Menschen gehören zu einer Zielgruppe, die für die Privatwirtschaft äusserst lukrativ ist, so dass man auf Investitionen von dieser Seite hoffen darf. Schliesslich wollen sich Studenten über Mittag nicht nur von der Mensa verpflegen lassen. Gleichzeitig wollen sie sich am Abend oder am Wochenende auch gerne einmal im Ausgang amüsieren und das Leben geniessen. Leider gibt es für junge Menschen dieser Altersstufe in dieser Hinsicht bislang nahezu kein Angebot in Brugg, so dass man nach Baden, Aarau oder Zürich ausweichen muss. Ich bin überhaupt nicht der Ansicht, dass in Brugg nichts läuft – eher ist nicht für alle Alterstufen ein Angebot vorhanden. Daraus darf jetzt nicht unbedingt auf mangelnde Initiative junger Leute geschlossen werden. Vielmehr herrscht ein Mangel an geeigneten Lokalitäten in Brugg. Ich kenne junge Leute, die gerne Parties und Discoabende veranstalten würden um nicht immer darauf angewiesen zu sein, am Wochenende wegzufahren. Doch wo gibt es in Brugg Lokale, deren Miete und Fixkosten für ein Lehrlings- oder Studentenbudget vertretbar sind und zudem der Lärmpegel auch nach 22 Uhr nicht auf Flüsterlautstärke zurückgedreht werden muss? Die im letzten Jahr gefällten Entscheidungen bergen ein grosses Potential zugunsten der Region Brugg und insbesondere der Gemeinden Brugg und Windisch. Damit sich dieses Potential auch entfalten kann, werden alle Beteiligten – Gemeinden und Private – am selben Strick ziehen müssen und keine Einzelinteressen verfolgen, welche dem Gesamten schaden. Es stellt sich nun die Frage, ob nicht langsam der Zeitpunkt gekommen ist, um über eine intensivere Form der Zusammenarbeit innerhalb der Agglomeration Brugg nachzudenken. Warum nicht einmal ein Gutachten erstellen lassen über Einsparungen, die eine Zusammenlegung oder Kooperation verschiedener Bereiche bringen würde? Beispielsweise im Bereich der Feuerwehr, der Polizei, der Bauämter oder der Steuerverwaltungen, was die umliegenden Gemeinden zur Zeit erfolgreich praktizieren. Dadurch erzielte Einsparungen könnten wiederum für gemeinsame Investitionen verwendet werden, beispielsweise im Bereich der „Vision Mitte“ rund um das Markthalleareal, das sich im Besitz der Gemeinden Brugg und Windisch befindet. Mit Blick in die Zukunft wird es von entscheidender Bedeutung sein, dass man sich gemeinsam für eine Sache einsetzt. Der Kampf um die Fachhochschule hat es gezeigt – nur gemeinsam sind wir stark und können uns für eine starke Region Brugg-Windisch einsetzen! Titus Meier, Schulpflege und Präsident JFDP Bezirk Brugg
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